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Briefe,
alle Nationen den Geist Gottes so fesselt und bin-det; wahrlich, der hat einen eingeschränkten, armenund tobten Geist Gottes.
Also statt Vernunft und Schrift zuerst Ver-nunft und Offenbarung; aber auch noch falltmir der Streit zwischen beiden nicht in's Auge.Wenn Offenbarung die Erziehung desMenschengeschlechts ist, wie sie's wirklich warund seyn mußte, so hat sie die Vernunft gebil-det und erzogen: die Mutter kann also nicht gegendie Tochter seyn: und die Tochter, wenn sie rech-ter Art ist, sollte gegen die Mutter nicht seyn wol-len. Vernunft (ob der Name gleich sehr unbe-stimmt und vieldeutig gebraucht wird) ist der na-türliche, lebendige Gebrauch unserer Seclenkrafte;wer lehrte uns diese brauchen, als der Schöpfer,der uns erzog? Vom ersten Augenblick unserslebendigen Daseyns wachte er über seinen Liebling,den Menschen, legte Veranlassungen vor und umihn, die Kräfte seines Geistes zu entwickeln, dieNeigungen seines Herzens zu üben, zu prüfen, zuordnen und einzuschränken: er selbst gieng mit ihmum und gieng mit ihm durch Lehren, Verbote,Strafen, Erfindungen, Gottesdienst, Einrichtung u. f.die ersten Schritte seines LebcnSganges weiter. Un-ter alle Nationen haben sich diese Fußtapfen des mituns wandelnden väterlichen Gottes fernhin verbrei-tet: überall sind sie, selbst nach Jahrtausenden,noch sichtbar. Die ältesten Traditionen aller Völ-ker, ihre simpelsten Gebrauche und Einrichtungen,an denen doch ihre ganze Cultur ( sie haben dersel-ben viel oder wenig,) hängt, sind einander so ahn-