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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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das Studium der Theologie betr. 3^5

kann der Eine Geber wohl in seinen besten Geschen-ken gegen sich selbst streiten? Und sind zwei Ge-schenke sich deßwegen entgegen, weil sie mehrals Eins sind? Mich dünkt, der beste Friede, sowie die Absicht des Urhebers ist, wenn man beidegut braucht.

Zuerst also: Vernunft und Schrift; aberwas heißt Vernunft? was heißt Schrift? Schriftwar nicht gleich da, als Offenbarung da war. Gottnahm sich des Menschengeschlechts vom Anfänge sei-ner Bildung an; aber nicht das Erste, was er ihmanbilden konnte, war schreiben und lesen, wie cr'sihm etwa in die Feder sagte. Der Mensch mußtevieles vorher können, che er dieses konnte, vielesvorher verstehen, che er Schrift verstand undbrauchte. Das meine ich, der ich doch den Gebrauchder Schrift so frühe annehme*); das sagt übrigensdie Natur der Sache. Es ist mehr als Rabbinisch,die Lehre Gottes, so fern sie auf Menschen wirkt,in Pergament und Griffel bannen; es ist hölzernund sinnlos. Wie jung sind die ältesten Bücherder Schrift, gegen den Anfang des Menschenge-schlechts ! Wie weit mehr ward durch's ganze A.und N. T. hin gesprochen, als geschrieben, gehörtals gelesen. Schri ft ist ja nur Abdruck der Rede:die beste Erziehung und Unterweisung in jedem täg-lichen Leben ist ja durch viel etwas anders, alsdurch bloße Schreib- und Lese-Lectioncn.Und wer nun vom Anfänge der Welt an, ja durch

') S. Br. 12. am Ende.