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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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321
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das Studium der Theologie betr. 3a r

dem Volk Gottes Armuth zu leiden, als nach Ehre,Rcichthum, politischer Hoheit, sinnlicher Lust zulaufen; die Schmach Christi lieber zu haben, alsdie Schatze Aegyptens; der werde, wie eben dieserseltene Mann den Timotheus nennet, ein Gottcs-mensch, ein Theolog; wo nicht, so werde er et.was anders.

Kein Studium hat vielleicht zu allen Zeitenso wenige gehabt, die ihm ganz und treu dienten,als die Theologie; eben weil sie beinahe ein über-menschliches, göttliches, das schwerste Studium ist.Lesen Sie hierüber die Briefe Pauli an Timotheusund Titus. Kein Studium hat aber auch vielleichtso viel Gutes und zwar das edelste, ein stillverbor-genes Gute gestiftet, als Theologie, wenn ihr Schatz,auch in irdischen Gefäßen, nur einigermaßen blieb,was er seyn sollte. Ich will ihr keine Lobrede hal-ten : denn sie verschmäht Lobreden und Ehrcnkranze;aber die einfachste, edelste Aufklärung, Wahrheitzur Gottseligkeit und ihre menschenholde, trö-stende Wirkung sie wärmt und erhält unterSchnee und Frost die Wurzel, das Mark, denSamen der Menschheit/ Unter Priestern und Layenwird Christus kennen, die seines Theils sind, diedies Eine Werk Gottes mit ihm trieben

O Zcvs, Athene und Apollo, (ruft ein grie-chischer Redner *) zum Lobe der Philosophie aus)ihr Aufseher menschlicher Sitten! Philosophen müsset,,ihr zu Schülern haben, die, eure Kunst mit star-

*) (Maximus Linus.)

Herders Werke z. Rel. in Theol. IX.'- T