das Studium der Theologie betr. 3»5
wünsche Ihnen Glück, wenn Sie beides und zwarbald, nicht in den Jahren erst erhalten, da Siemehr Lust haben, sich in's Grab zu studiren. Wieoft müssen eben in diesem Stande die geschicktestenKandidaten am längsten warten, weil sie sich dochschon durch sich selbst forthclfcn, ohne zu bet-teln ! wie oft müssen die besten Köpfe in den bestenJahren auf einer elenden Pfarre das Feld desKummers ackern, wo ihnen das Studiren wohlvergehet! Erhalten Sie endlich eine bessere Stelle,mit welchen Geschäfts- Kleinigkeiten ist sie nichtmeistens beladen, deren Wirkung auf's Gemüth,es ewig zu zerstreuen und zu zerreissen, Ihremruhigen Studium eben nicht förderlich seynwird. Dem Amt Ihr ruhiges Studiren eben sowenig. Mancher, der sich in feinet, nicht IhrerSache zu Ihnen drängt und nicht zukommcn kann,wird sagen, was jener Bauer zum Bedienten desBischofs Hu et sagte, da dieser immer vorgab,sein Herr studire: ,,ich dachte, der König hatteuns einen Bischof geben können, der schon studirthabe und es nicht jetzt erst thun dürfe." Warumwollten Sie also, wenn Wissenschaft und LiteraturIhr Zweck ist, nicht diesen Zweck rein und al-lein wählen? Werden Sie Lehrer auf Schulenoder Academien, im letzten Fall dürfen Sie sichja ausschließend auf Ihre L je b li n g s w i ssc ri-sch a ft legen, und können größern Nutzen stiften.Im geistlichen Stande ist alle Wissenschaft undLiteratur nur Mittel zu Ihres Amts End-zweck. Wollen Sie mit diesem und mit sich selbstin Ruhe und redlicher Harmonie leben: so mußHerders We> ke z. Rel. u. Theol. IV. U
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