Briefe,
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Vierundzwanzigster Brief.
Ich bin sehr bereit, jetzt naher an's Land zusteuren, und die eigenen Platze und Wohnungentheologischer Wissenschaften mit Ihnen naher zu be-sehen, auch Ihnen zu eigenem Anbau derselbenmein Gutachten nicht zu verbergen; vorher aber,mein Freund, warum wollen Sie an's Land? ZumVergnügen? Wollten wir da nicht lieber etwas an-ders beschauen? Warum Theologie eben?
Ich habe Sie um nichts befraget, so langewir uns bei dem Grunde des Glaubens, bei derBibel, verwetteten; sie ist der Grund des Glau-bens für jeden Christen, nicht bloß für den
Theologen -Aber jetzt, da es eigentlich
auf Berufs-, Amts- oder, wie es der Pöbelnennet, auf Hand Werks Wissenschaften kom-men soll; darf und muß ich doch fragen: warumwollen Sie sich diesen Beruf, Theo log undzwar Prediger zu seyn, wählen? Sie wählenauf Zeitlebens, auf Zeitlebens also wählen Siesich Ruhe oder innern Gram, frohe Nutzbarkeitoder unnütze, späte, vergebliche Reue.
Und meistens kommt beides auf die Ursachenund Absichten an, aus und zu denen wir wähle-tcn. Wie die Wurzel, so der Baum und seineFrüchte: wie der Geist ist, der uns zu einer Sa-