das Studium der Theologie betr. 299
Stahl gehalten hatte, war Spielzeug: die Schwer-ter aus plumpem Wortblei, die Harnische von zar-ter, bequemer angemahltcr Leinwand: die Helmevon Wachs, mit großen Fcderbüschen prahlend,die Schilde von Papier, mit Meynungen beschrie-ben , die Spieße dünnes Rohr schwacher Conjektu-ren, die Fahnen Spinnegeweb philosophischer Sy-steme, das Geschütz indisches Rohr, ihr PulverMohnsamen. Aus träger Ueppigkeit hatten sie dieguten Waffen ihrer wacker» alten Streiter verkauftund dafür diese gewahlet; ja sie machten sogarjene, Krieger von geprüfter Treue, Starke undUebung, lächerlich, verächtlich. Bitter weinte dieReligion; als der ganze Haufe ihr zurief: sie möch-te gutes Muths seyn, sie wollten bis zum letztenOthem Treue beweisen. Was hilft mir, sprach sie,eure Treue, da eure Werke nichts taugen? Ichschwöre euch zu, als ich vormals nackte, unbc-wehrle Streiter ins Feld führte, da galt mir EinMärtyrer, Ein bis zum Tode treuer Kricgsmannmehr, als hundert von Euch übergüldcte, übersil-berte, zarte, üppige Worthelden. Sie wandte sichund nahm ihren Weg weiter.
2. Die Disputation.
Belial, der größte aller Sophisten, hatte sei-nen feindlichen Gang mit Christo geendet — nichtnach seinem Wunsch, er schlug einen andern Wegein, ob er sich nicht mit ihm aussöhncn, ihn un-