2gö
Briefe,
Religion zu streiten: denn über das, was eigent-lich Religion ist, laßt sich nicht streiten. Wedererstreiten, noch wegstreitcn laßt sich'S; so wenigman das Licht hören, oder den Geist mahlen kann.Der Geist des Christenthums flieht Streit undHader. Wehe denen, die die Religion nicht an-ders zu vertheidigcn wissen, als durch Worte,zumal durch Schelkworte! und armselig ist der, dersie durch nichts anders anzustreitcn weiß! — Ichlege meinem Briefe einige Parabeln bei, dieIhnen mehr sagen werden, als ich Ihnen sagenkönnte. Es sind Reliquien eines großen Theologenunserer Kirche. *)
i. Die Christen.
Täglich hörte die christliche Religion von Droh-ungen und Anfallen fürchterlicher Feinde: sie qiengalfo einmal hin, auch ihre Bürger zu mustern,die Waffen und Fertigkeit ihrer Streiter zu prü-fen. lieber allen Glauben fand sie sie gerüstet undfertig. Ein großes Leer Bewaffneter, starke dro-hende Körper, Waffen, mit denen man schnell,wie der Blitz, exercirte, die auch wie der Blitzglanzten. Sie freute sich hoch, da sie's von wei-tem gewahr ward; aber als sie naher kam, fastsiel sic ohnmächtig nieder. Was sie für Eisen und
') Joh. Valentin Andreä.