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Briefe,
wirklichen Ucbertragens zehnfach besser kennen undanwenden, als bei dem sorgfältigsten Lesen dessel-ben. Vereinigen Sie sich zu diesem Zweck mit ei-nigen , die Ihnen gleich denken, wetteifernd , thei-len unter sich die Schatze der Schrift nach dem Ge-schmack dieses und jenes, und lesen sodann IhreArbeiten einander vor. Ich wollte, daß Sie eSauch bei allen vorzüglichen sogenannten Profan -Scribentcn also thatcn; Sie würden mir gewiß fürmeinen Rath danken. Ein guter Autor, den manselbst übersetzt hat, ist uns mehr als zehn, die wirlasen; ja ich wollte behaupten, daß jeder guteTheolog sich seine Bibel selbst müßte übersetzt ha-ben. Unglaublich waren die Folgen, die mit dieserstillen Uebung sich auf das ganze Studium undAmt desselben verbreiteten; gewiß lernte man da-durch mehr Theologie als durch große Eommenlare.In jedem neuen Jahrzehnd Ihres Lebens werdenSie diese alte Jugendübcrsetzung mit Freuden lesenund wenn Sie derselben Ihre weiteren Bemerkun-gen jedesmal still hinzusügen; o Freund, so beka-men Sie damit eine bessere lirsoloZm vinwris,als die Ihnen im Compcndium der Dogmatikschwarz auf weiß bleibet. Leben Sie wohl, undda mir eben die jüdischen Pirke-Aboth in dieHand fallen, so setze ich Ihnen einige Lehren her;vielleicht bekommen Sie Lust, die ganze Sammlungzu lesen.
Aus-