die feuriger» des Calvin, u. f. — wer liefet siejetzt? ja, wer hatte Zeit, sie rcihab zu lesen?Dagegen Pellican , Strigclius , C h p-tcaeus, Hppcrius, noch mehr aber Gro-tius, Clcricus, u. f. sich noch lesen lassen,weil sie bei dem Wortverstande bleiben. Uebcrhauptaber, mein Freund, mißrathe ich Ihnen, (deneinzigen Grotius etwa ausgenommen,) noch allegroßen Commentare. Wenn Ihre academischenStudien geendigt sind, haben Sie Zeit, die bestenderselben allmahlig kennen zu lernen, und imAmte selbst werden praktische Arbeiten Sie oft ge-nug zu unscrm herzerquickenden Luther, zu un-serm sanften Melanchthon, oder wen Sie sonstliebgewinnen, führen. Denn das ist der großeVorzug der Schriften dieser Zeit, daß, da sic dieSache der Religion noch als ein thatiqcs Werk desLebens ansahen, sie auch über die Bibel aus vollerBrust sprachen.
Was ich Ihnen statt vieler zerstreuenden Com-mcntare über die Bücher der Schrift anriethe, wäreeine eigene stille Uebung in — Uebersetzung dersel-ben. Nicht daß ich die unzahlbaren Uebersetzungender Bibel im Meßkatalogus mit diesem Rath zuvermehren wünschte: denn sobald Sie für' Publi-kum übersetzen, übersetzen Sie in Ihren Jahrengewiß schlecht, und mein Zweck ist verfehlet. Aberwie, wenn man einen Autor liebgewinnet, manihn gern in seiner Sprache haben mag, ja auchschon beim Lesen im Gemüth übersetzt und ihn inseine Sprache gleichsam hinüberdcnket: so lernt manihn auch durch jede überwundene Schwierigkeit des