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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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Briefe,

Unstreitig haben sie dem bessern exegetischen Ge-schmack, nämlich die Schrift im Zusammenhängeund mit gesundem Verstände zu lesen, sehr auf-geholfcn, wie die Epoche, die sie gemacht haben,bezeuget. Nun aber hat jedes Ding seine Zeit,und da Erasmus, Locke und seine Brüderschwerlich zu übectreffen sind; mich dünkt, meinFreund, so könnte des Paraphrastrcns auch genugscyn, und da diese ganze Gattung von Exegesemehr für die Ungelehrten als Gelehrten, am we-nigsten aber für den exegetischen Lehrling, daß eraus ihnen den Text verstehen lerne, geschriebenwurde: so brauchen auch Sie diese Gangclwagenmit Vorsicht, damit Sie ja den freien Gebrauchihrer eigenen Füße dabei nicht verlieren.

Die Commentare, über die Sie mich fragen,pflegt man in Sachen - und Wortcommcntare zuunterscheiden und Sie Vermuthen selbst, welche ichvorziehe? unstreitig die letzten. Im Wortverstandemüssen die guten Commentare aller Lander undSetten Eins scyn; mit Anwendung auf Lehrenund Sachen ist'S nicht also. Sehen Sie die großenRcalcommcntare aus dem Jahrhundert der Refor-mation an; Lutheraner und Reformirte, Katholi-sche und Socinianer, die Mystiker allenthalben miteingerechnet, schütten, wo es nur angeht, auch beiunpassenden Stellen ihr System aus: schon dieshat die Folianten sehr aufgeschwellt, noch mehraber die zeitmaßige Anwendung, die sie allenthal-ben einwebtcn. Die herzlichen, kräftigen Com-mentarc Luthers, die gelehctcrn des Mclanch-thons, die feinen Entwickelungen des Brenz,