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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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Seite
281
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goldne Worte, die mehr als eine große Abhandlungsagen und die Sie auf Paraphrase, Eommcn-lar, Gespräch, Predigt, kurz auf die Entwicklungund Erklärung jedes Textes in jeder Art anwen-Len mögen.

Von dem Allem aber war hier nicht die Rede.Die Frage war: ob es gut d. i. vorzüglich bildendund gcnugthuend sey, ganze, ja alle Bücher derSchrift in ihren Hellen und dunkeln Steilen durch-hin zu paraphrasiren, mithin alle Züge derselben auf-zulöfen, und das Ganze in der Form eines neuenUmrisses, einer neuen Sprachart nicht darzu-stellen; denn das Product steht meistens nicht mehr;sondern dem Leser träge und matt vorzulegen? Dazweifle ich noch, mein Freund, und meine Gründesind, dünkt mich, augenscheinlich.

Zuerst: Die Bücher der Schrift sind Poe-sien , oder Geschichte, oder Briefe; zu keinem vondreien schickt sich eine fortgchcnde Paraphrase. Nichtzu Poesien: ein paraphrastrter Virgil z. B. ist einwidriges Ding; niemand mag ihn lesen. So aucheine paraphrasirtc Geschichte: sie wird, wenn sie inihrem ursprünglichen Umriß etwas taugte, durch dieParaphrase eine elende Masse, ein überstopftes oderzerflossenes Wesen. Ein paraphrastrter Brief end-lich ; war er an sich, was ein Brief scyn soll, Ge-spräch, Anrede, Ausguß des Herzens, Bericht, Er-zählung: so hatte er der Paraphrase nicht nöthig: