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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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239
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das Studium der Theologie betr. 239

Wahrheit und Liebe nicht nach jedem Maas ihrerReinheit schätzen können und schätzen wollen,überall, wo sie sich finde?

Allein darin muß ich Sie, einen zu eifrigenFreund der Poesie, mißverstanden haben, daß dasChcistenthum der Geschichte seines großen herrlichenPlans wegen, auch prächtige, über alle Dichtungender Heiden erhabene Epopeen und Mythologiengewahre das kann ich, wie mir die Sachevorliegt, schwerlich glauben. Erinnern Sie sich anunsere vorigen Briefe. Jst's wahr, daß das Chri-stenthum nur auf kactis, auf strenge zu beweisen-den und von Gott selbst erwiesenen kactia beruhe;sagen Sie, wollte man hierüber wohl dichten?Wollte ein Christ so kühn seyn, die Phantasien sei-nes Kopfs den Thatcrweisen Gottes cinzumischn,oder zwischenzuschieben, das ist, wenn er cs auchwider Wissen und Willen thate, sie nach seiner Ge-dankenweise zu vergestalten? An der Simplicitatund Wahrheit dieser Geschichte liegt dem Christen-thum unendlich. Wer mir ein Evangelium Christizum Roman macht, hat mein Herz verwundet,wenn cr's auch mit dem schönsten Roman von derWelt gethan hatte. Die Dichtung mag besser oderschlechter gerathm, als dem Feinde der Religiondas Evangelium selbst vorkommt; er, der Feind,spottet über die bessere oder schlechtere Gestalt, dieihm doch nur geliehen ward, der schwache Freundverwirrt sich: der Neuling, zumal der leicht zu

entzündende poetische Jüngling, fangt Feuer, undnimmt vielleicht, der ursprünglichen Wahrheit zu-wider, Farbe und Eindruck der Begebenheiten da-