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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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Briefe,

verborgen, wie es auch die Tugend des Christen,thums überhaupt seyn soll; sie kramen sich alsonicht auf dem Markt aus, sie werden in der Ge-schichte öfters nur durch Uebermaas und Mißbrauchmerkbar. In der Kirchengeschichte erfährt mandavon ordentlich das wenigste; die geht meistensauf den Landstraßen , um die Mauern oder Hauserder Bekenntnisse einher, zeichnet sie von außen undkann auch nicht wohl anders. In das Innere derHauser kommt sie nicht, und in's Heiligthum der-selben schauet nur der jetzt auch verborgene Chri-stus. Neulich ist ein eigentliches Buch von denWirkungen des Christen thums unterden Völker n erschienen*), worin, wie michdünkt, viel Wahres und Gutes stehet; ich wünsch-te , daß es nur auch christlich, d. i. still und ohneDeclamation gesagt wäre. Die beste Wirkung desChristenthums ist, wie das Licht leuchtet, wie dieFrucht keimet-

Auch darin haben Sie Recht, mein Freund,daß das Christenthum sich nicht stolz absondern,und eigentlich kein Gutes verachten müsse, wieoder wo es sich auch finde. Ist Gott allein derJuden Gott, sagte Paulus, ist er nicht auch derHeiden Gott? Und wie? der Gott der Christen,deren Grundgesetz der Religion allgemeineWahrheit, allgemeine Liebe ist, Er sollteein abgeschrankteS, gehässiges Wesen seyn? Er sollte

*) Rothe von der Wirkung des Christenthums aufdie Völker in Europa, Kopenhagen 177b.

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