Briefe
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Spotten kann ich hierüber nicht, mein Freund,ich bedaure. Wenn ich auch nicht die geringstebessere Auskunft wüßte, ich würde immer noch,wenn auch zuletzt nur mich selbst bedauren. Denndenken Sie ernstlich und unparlheiisch: wohin dieSache kommt? Ich will's zugeben, daß Paulusals ein Schüler derRabbinen, daß die Evangelisten,so fern sie als Juden für Juden schrieben, in un-wesentlichen Dingen, zur Erläuterung , zur Illu-stration x«r «viAgwnov dergleichen Anspielungenund Lieblingsdeulungcn haben machen dürfen; dieHauptsache, wenn sie sich auf andere und bessereBeweise stützte, verlöre durch diese mißliche Nach-barschaft nichts oder wenig. Setzen Sie aber nun,daß sie auch in der Hauptsache dergleichen Be-weise anführten, daß Cbristus selbst sich in seinerHauptsache auf solche Accommodalionen stützte, überdie wir jetzt hinaus sind; sagen Sie, wo bliebenun, ich will nicht sagen: Theopncvstie, sondernnur das gewisse Werk eines Gottes derWahrheit? Sandte dieser seinen Sohn in dieWelt, konnte er ihn nicht unter unfehlbarer»Kennzeichen senden? Konnte er ihn und seine Zeu-gen nicht wenigstens vor der Anwendung fehl ba-rer Kennzeichen bewahren? Daß Jesus einredlicher Mann gewesen, kann der schwache Zweif-ler gern zugcben; aber konnte der redliche Mannsich nicht trügen? Konnte er sich nicht um somehr trügen, als in seiner Seele ein Ueberschwungvon guten, für ihn unerreichbaren Absichten war?Und wenn er sich trog, auch nur in der Anwen-dung Einer Weissagung trog, die eigentlich nicht
auf