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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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das Studium der Theologie bet r. 209

auf ihn gestellt war, die er nur durch Accommo-dation sich zum Kleide machte, warum bestätigteihn Gott durch Wunder? durch's größcste Wunder sei-ner Auferweckung? Wollte er uns eine Fallbrückebauen zwischen Trug im Au siegen und Redlich-keit im Handeln, zwischen sich irren und es gut-meincn? Es wäre die gefährlichste Fallbrücke, dieje gebaut ward, nicht bloß für das jüdische Volk,sondern für alle Volker und Zeiten, denen A. T.und Christenthum je in die Hand käme. Wie?ein Christus für alle Zeiten, für alle Nationen ge-sandt; und nach jüdischen Accommodationen, dieauch seine Zeit vielleicht nicht alle annahm, nurfür sie und zwar für den schwächsten, ungelehrte-sten Theil derselben erwiesen? Er kommt vomGott der Wahrheit, und dieser hatte auf die Däm-merung, auf den Nebel einer Zeikverbindung ge-bauet? er hatte ihn durch Wunder so unlaugbar,durch Anwendung der Weissagungen aber so man-gelhaft, so mißlich erwiesen? Denn, was Er undseine Diener für sich anführen, führen Wir entwe-der gar nicht mehr an, oder lasscn's nur noch eh-renhalber so stehen; gegentheils, worauf wir ammeisten bauen , darauf bauen sie nicht, und werweiß, ob Wir selbst in kurzer Zeit noch daraufbauen werden. Der Ausleger kehrt sich nicht an'sDogma und schneidet weg: das Dogma greift nachdiesen, nach jenen Halmen; wie wenn der Rainnun da ist und die letzte Sichel schlüge; wie denn?

Sie sehen, mein Freund, jede Sicherheit hier-in ist mißlich und im Grunde nicht rechtschaffen.

Herders WerteNet. u. Theol. IX. O