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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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das Studium der Theologie betr. 2«3

Jesu wird ein schlaffer Gemeinort: die herzlicheAnrede eines Apostels, der Ausguß seiner Empfin-dungen , Wünsche, Theilnehmung ist Ausrufungund Deklamation geworden, die einem feinen Sinnewidert. Wollen Sie Proben davon, so lesen Sie- doch Sie sollen vor der Hand nichts dieser Artlesen. Es ist zu beklagen, daß, was man bei welt-lichen Schriftstellern auszischen würde, man bei hei-ligen lobet und gut heißt; ich weiß keine Ursache,als weil uns bei diesen alles gleichgültig ist, unddie schlechteste Behandlung derselben noch immer hei-lig und andächtig scheinet. Käme es jemandin den Sinn, die Briefe der Scvigne, oderHoraz, Virgil, den Cornelius NepoSerbärmlich ins Deutsche zu umschreiben; erwürde des elendesten Geschmacks beschuldigt, gesetzt,daß er auch noch so richtig commentirte. Bei Pau-lus und des leichten, lieblichen Johannes Briefen,bei Hiobs, Salomous, Jesaias hoher Poesie, beider Evangelisten kcpstallhcller Erzählung macht mansich daraus kein Gewissen und paraphrasirt in dieliebe Muttersprache. Das Gemälde der Seele desSchriftstellers ist hin, die Knospen der Schreibartsind zerzauset und ihr feinster Reiz enflogen; selbstgrammatisch ist der Lehrling oft übel daran , wenner hie und da.ohne Ursache ein x für n liefet undaus der nothdringenden Wortbedeutung hinaus com-wentirt wird. Sie, mein Freund, bleiben alsobei der Quelle und lassen den, der will, vom ab-geleiteten oder verdämmeten See trinken

Ich weiß , man schützet sich mit Erasmus undanderer seiner Zeitgenossen zum Theil herrlichen Pa-