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Briefe,
muß in ihr liegen. Daß sie als eine Geschichte,gleichsam als ein Mahrchen täglicher Gewohnheit,fvrtlauft, giebt ihr einen lebendigen, reichen, frucht-baren Gang; unmöglich aber kann man jedes Glied,als ein neues Ganze voll Geheimnisse und Lehrenabrcissen, ohne daß nicht meistens der Sinn derErzählung überhaupt, leide oder gar verschwinde.Insonderheit gieugs vielen Gleichnissen Christi so»weil sie, ein Jahrtausend her, gewöhnliche Sonn-tagstexte gewesen sind, die in zweien Tagen oftdreimal in Einer Kirche Jahr-aus Jahr-ein er-klärt werden. Da wollte, da mußte man doch im-mer was Neues sagen; jeder wollte es vor demandern ausgezeichnet sagen, und so wurden dieWerschneidungen, die Deutungen, die falschen Ge-sichtspunkte , die verzwickten Predigt - Themata ,daraus, von denen in großen Bürden die Welt vollist. Holder Mcnschensohn, wolltest du das, da dudein einfaches Gleichniß sagtest?
In diesen und andern Sachen, mein Freund,lesen Sie nur einige jüdische Schriften, deren eineNeihe auch übersetzt ist, um sich an den paraboli-schen Ton zu gewöhnen, und ihn mit schlichtemAuge, auf welches Christus so viel hält, ansehenzu lernen. Ein großer Theil seiner Ausdrücke, auchselbst seiner Gebete, nimmt aus der damals ge-wöhnlichen Sprache der Juden sein Licht; Dru-sius, Schötlgen, Lightfoot, Menschen,Wetstein haben dazu nicht unnützlich gesammelt.Sie können bei diesen Formeln noch immer abson-dern, was spater jüdischer Gebrauch und Mißbrauchist; indessen bleibt Sprachgebrauch der Zeit doch