das Studium der Theologie betr. 197
Und nie, 0 nie sey seiner Feinde SeeleDie Unsre! Was sei» Leben ihm betrübt,
Was seinen Geist wie in der MarterhöleZu seufzen zwang, sey nie von uns geliebt,Erstorbenheit und stolze Ränke,
Weim Pöbel Pharisäerruhm,
Geschwätz und WortgezänkeIst Anti-Christcnthum.
Sechszehn Ler Brief.
Der Meinung bin ich nicht, daß man in allenGleichnissen Jesu liefe Geheimnisse finden oder siegar als die kunstvolleste Dichtung betrachten müsse,die je auf Erden gemacht ward. Dichter zu seyn,war EbristuS nicht hier, und den Aesop mit Fabelnoder einen witzigen Kopf mit Sinnspcüchen zu über-treffen, war nicht seine Absicht. Auch hierüber, wieüber so manches Andere hat der Hochheilige Lobre-den empfangen müssen, deren sich jeder, der jeneZeiten kennet, schämen möchte. Parabeln, wieJesus sic sprach, waren nicht seine Erfindung; siesind gewöhnliche Einkleidung der alten jüdischen Leh-rer, die wir in ihren Büchern und Commentarenhäufig, oft nicht ungeschickt finden. Nicht in derEinfassung liegt der Werth, sondern in dem gefaß-ten Stein, dem Sinn der Rede; und auch diesenmuß man nicht zerknirschen und zersplittern, alsob er also schöner würde: in einer Parabel dürfennicht lausend Satze gefügt werden; Ein Hauptsatz