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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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Briefe,

Wie? hatt' er nicht schon lebend gnug gelitten ?Er, Lessen Herz das Mitleid selber war.

Ein zarter Sproß, um den die Stürme stritten,Ein Arzt, dem fremdes eigen Leid gebar.

Laß diesen Kelch vorübergehen zDoch Vater, du hast ihn gefüllt.

Dein Wille mag geschehen;

Nicht ich; wie du Herr willt."

Er trank den Kelch, und als nun seine GliederGefühl der Gottverlassenheit durchdrang:

Kein Trost erquickte seine Augenlieder,

Auf die des Hohnes schwere Wolke sank:

Zerrissen ward der letzten SchmerzenGeliebter Knoteder den FreundMit Freund - und MutterherzenIm Tode noch vereint.

Da blickt' er auf und sah die schönen Auen,Die er dem Sünder mitleidvoll verhieß:

Gedenk' an mich und laß dein Reich mich schauen !"Heut sollt Du's schaun, der Freuden Paradies!Empfang' in deine VaterhandeDen matten Geist: es ist vollbracht! "

Da kam sein stilles Ende ,

Sein Auge brach in Nacht.

Nicht Thräncn, Freund! ein Leben ihm zu weihenWie seines, das nur ist Religion.

Was Ihn erfreute, soll auch uns erfreuen,

Was Er verschmähte, sey uns schlechter Lohn.

Mit Güte Bosheit überwinden,

Undank der Welt wie Er verzeihn,

Im Wohlthun Rache finden,

Soll Shristenthum uns scyn.