das Studium der Theologie betr. 191.
das stille, verschwiegene Gute aber ist beiihm Saft der Natur, Balsam des menschlichenHerzens und Lebens. Zu bauen, wo jedermannbauet, oben am Kleide zu flicken und die Schüs-seln auswärts rein zu halten, nennet er Pharisäe-rn und spricht ihr, als der verführendsten Heuche-lei, die das Auge vom wahren Schaden, von wah-rer Besserung abziehet, das fürchterlichste Weh;aber, d a bessern, wo niemand bessert, d a helfen,wo niemand hilft, sich der armen, verkannten,nackten, hungrigen, gefangenen Menschheit annch-men, wo und wie sie gefangen liege, darbe undbettle, geistig oder leiblich, in Sachen des irdischenoder ewigen Lebens; da ist C h r i ste n th u m, dasist Geist seiner Lehre, seines Lebens, seiner ewigenBelohnung. Wo in der Welt diese stille Saat rei-ner , guter, verborgener Thaten auch unter Schneeund Dornen blühe, wird Christus sie finden undin seine Erndte sammlen, alle christliche und un-> christliche Spreu aber wird er verbrennen mit ewi-gem Feuer-
Heil dem Christenthum dieser Art, wo undwie es blühe und keime! und Sie, mein Freund,rufen mit mir Heil! Cbristenthum der Art ist dieWurzel der Menschheit, ihr edelster Lebenssaft inden verborgensten Gefäßen, Mark Gottes in unfernGebeinen, sein stilles Bild, seine verborgene, abermächtige Kraft der Schöpfung. Was mit Trompe-ten- und Paukenschall, um Ruhm, Nutzen, Stand,für die liebe lange Weile gethan wird, empfangt,was er will, Ruhm, Nutzen, Stand, kurze Wei-le; cs ist vorüber und hat seinen Lohn dahin. Das