das Studium der Thologie bet r. 189
mit Fluch und Feuer gewürzt sei), so wenig, alsmöglich, von ihren Gütern, Schätzen, Hülfsmitteln,Kostbarkeiten berührte. Wie also? Er machte einefreiwillige Verlaugnung alles dessen, was derstillen Macht und Wahrheit seinesReichs fremd wäre, zum Grundgesetz sei-ner Nachfolge; und unter uns sollte weltliche Ho-heit der Eharakter seiner Herrschaft? Zwang derGesetze und Verfolgung sollte Stütze seiner ächtenReligion je seyn können, seyn dürfen? Wann hatdas Christenthum eine politische Gesetzgebung, so-bald beide Theile rechter Art waren, auch nur for-mtreu wollen? Sein Geist kann Alles durchdringen;und wenn in Rom der Stoicismus, in Griechen-land der PythagorismuS den Gesetzen aufhalf, würdewahrlich der reine Geist, der mcnfchenliebende, all-verträgliche Sinn des Christenthums, der Gesetzge-bung gewiß nicht schaden, wenn man ihn je soweit kommen ließe; um Gottes willen aber glau-ben Sie nicht, daß irgend ein blinder Sekten- oderheuchlerischer Sclavengcist Gesetzgebung desChristenthums sey. Seyn Sie immer aufIhrer Hut, wenn bei Sachen solcher Art Christen-thum angeheftet wird, da lauert gewiß die Schlangehinter der Rose. Wenn Sie einst ein geistlichesAmt bekleiden, entfernen Sie sich, was Sic kön-nen , von jeder dummen Superintendenz über dieGemüthcr, vom politisch-unchnstlichcn Christen-thume. Stellen Sie die Lehre und das Leben,kurz die Geschichte ihres Herrn und der Seinen dar,mündlich, thätig, je stiller und geräuschloser, destobesser; damit die Wahrheit ihr Recht behalte unddas Wort Gottes, so wie der Charakter Jesu im