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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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sollte man manche dergleichen Zweige ahnen; ichbeklage Sie und bedaure das Cbristenthum durch sie.Halten die Apostel so gedacht, hatten sie sich in derBrust, als kalte Betrüger eines nicht - auferstande-nen Christus gefühlt und sich mit bebender Furcht-samkeit zum Ersatz ihrer Lüge, die sie unwillkübr-lich sagen müßten, an einige Moral aus dem MundeJesu gehalten; wo wäre Christus, wo wäre dasChristenthum jetzt? Ihre Freudigkeit im Leben undim Tode kam nur davon, daß sie nothgedrungenund von Gott bestellt, eine wahre, selbstge-sehene Geschichte, insonderheit der Au ferst eh.u n g predigen mußten. Gerade die Simplicitat die-ser Lehre, als eines gewissen, sclbsterlebkenFacti trug am meisten zu der Revolution bei, diedas Christenthum machte. Der bloßen Lehren, Zwei-fel, philosophischen Fragen und Scrupel über Dienstund Verehrung Gottes, über Unsterblichkeit undewiges Leben, war man müde: Jahrhunderte hinwar man durch Dispukircn nicht weiter gekommen,als man Anfangs war, und die menschliche Seelewill Gewißheit, sie dürstet nach Factis. Diesealso, die alles enthielten, was jenen fehlte, nahmman mit größter Begierde an: die Moral desChristenthums ward Thalsache in den Sitten seinerJünger, die Ruhe, die es gewahrte, war Factumin der Heiterkeit ihrer Seele, das künftige Leben Factumin der Geschichte ihres Herrn, die sie erlebt hatten,für die sie lebten und starben. Dieser kurze, kö-nigliche Weg war damals Triumph des Christen-thums , und wird zu allen Zeiten sein gewissesterTriumph seyn. Gehen Sie an's Krankenbett undbesuchen heute einen ehrlich - treuen Christen, morgen