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Briefe,
so sagen darf, das Wort im Munde verkehret. Ichbin überzeugt, Sie werden sehen, es habe nurEin Christus gelebet, und so verschieden man vonihm erzählt hat, so sei) das Zeugnis aller, geradeim Wesentlichsten und Wunderbarsten, nur EinZeugnis. Ich begreife nicht, wie der Verfasser desFragments über den Zweck Jesu und seiner Jün-ger , den letzten einen Plan, die Geschichte ihresMeisters wissentlich zu verkehren, hat beimessenkönnen; in ihrer Erzählung, wie wir sie jetzt ha-ben , ist nichts von diesem Doppelsinn, von dieserspäterhin ihrem Meister geliehenen Endabsicht merk-bar. Entweder wissen wir nichts von Christus,falls wir diesen seinen Zeugen nicht glauben dür-fen ; wohl, so wissen wir nichts von ihm, wederBöses noch Gutes, und so mag die Sache ruhen.Oder wir wissen etwas durch sie und dürfen sielesen (denn Griechen und Römer haben doch so gutals nichts Historisches von ihm gemeldet, ge-schweige etwas, das ihnen vorzuzichen wäre,) wohl-an, so müssen wir sie lesen, wie sie sind; nichtsagen, „das schreiben sie, das will ich glauben,„jenes schreiben sie zwar auch, das glaube ich ihnen„aber nicht, das haben sie erdichtet und erlogen,"denn ich sehe gar nicht, wo hier die Grenze zwi-schen Wahrheit und Lüge sey? und ob die unbewie-sene, eigene Meynung eines Lesers achtzehn Jahr-hunderte hinter ihnen diese Grenze ziehen könne?Ist ihnen zu glauben: so glaube man ihnen ganz,denn offenbar ist von Anfang bis zum Ende ihrerErzählung ein Ganzes. Ist ihnen nicht zu glau-ben , so verwerfe man sie ganz, sage, daß mandurch solche Leute gar nichts von Christo wissen