langer oder kürzer, hier oder da erzählen; ihre Er-zählungen sind also historische Documente und Be-lege des alten Glaubensbekenntnisses, das bald ausihnen gezogen ward : „geboren von Maria der Jung-frauen — bis, wiederkommend, zu richten die Le-bendigen und die Tobten/' -Hierüber sind sie mitden verschiedensten Worten alle Eins; dies ist auchder nützlichste und beste Gesichtspunkt zu einerHarmonie derselben — ein Wort, das sonst soschrecklich mißbraucht wird. Die Leute, die jedesWort der Evangelisten in Absicht auf Umstand,Zeit, Wunder und Lehre Christi, bis zum Klein-sten kner, xon und rorx harmonisiren wollen, wis-sen nicht /j'was sie thun. Sie zwingen und har-monischen so lange, bis nichts mehr harmoniret,bis man sich an den Verwirrungen des schlichten,offenbaren Sinnes der Evangelisten überdrüssig lie-fet. Offenbar war der Zweck dieser nicht, Chronikoder pragmatische Geschichte, sondern summarischeNachrichten nach gewissen Hauptmomentcn undMerkmalen zu schreiben, die bei aller Verschieden-heit daher in Allen Eins sind. An so verschobenenOrten zuweilen Matthäus und Lucas einerlei Rede,Gleichnis und Wunder Jesu erzählen; so deutlich.erzählen sie doch einerlei Sache, nur vielleicht auseiner andern Quelle geschöpft, in einer andernAbsicht geordnet. Wissen oder wüßten wir diese,so würde alles Harmonie; denn die Harmoniedes Geistes und Zwecks ihrer Erzählung istunverkennbar.
Irre ich nicht: so ist Matthäus der erste Evan-gelist gewesen, unter den vier, die wir haben. Ich