das Studium der Theologie betr. 169
scn, ob sie gleich nichts weniger, als so etwas sind,werden hoffentlich bald in die Classe von gelehrtenFragen und Antworten fallen, in welche sie gehö-ren, ins nirniurri et inutils der Behandlung die,ser Schriften. Hatte Christus für unsere Neugierdesorgen wollen, zu wissen, was er bis zum 3 o. Jah-re seines Alters getrieben? in welcher Gestalt ihmder Versucher erschienen? wo er die 40 Tage nachseiner Auferweckung gclebet? wo der Himmel sey,in dem er jetzt lebet? wann er wiederkommen? wound wie der Thron des Weltgerichts seyn werde?Oder gar welcher Gestalt, Lange und Farbe Er?aus welchem Zeuge Paulus Obcrkleid gewesen?hundert dergleichen uurioou mehr; würde cs ihmund den Seinen nicht ein Leichtes gekostet haben,uns hierüber zu belehren? Daß sie's nicht gethan,daß uns mit ihrer Zeit auch alle Mittel entgangensind, so etwas zu wissen und zu erfahren; ist diesnicht Zeugniß genug, daß wir's nicht wissen sollen?Und ich weiß auch nicht, wozu wir's wissen müßten?
Offenbar geben uns die Evangelisten nur dieschlichteste Nachricht von dem, was ihnen, denChristen, von Christo zu wissen nöthig schien. Diedrei ersten wenden sich um gewisse Hauptpunkte,seiner wunderbaren Geburt, der Erklärung GotteSüber ihm bei seiner Taufe, (wozu Johannes Pro-phetenamt gehöret) feiner Versuchung, Lehre, Wun-der, scharfen Anmahnungen, seines Leidens, Todes,Begräbnisses, seiner Auferstehung endlich und Er-hebung gen Himmel. Dies sind die Momente,die sie treiben, von denen sic die Umstande, jedernach seiner Art, nach seiner Kunde und Absicht,