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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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die vertrautesten Sprüche und Vatcrrcden in seinemWort sind nichts als ein Aufschluß seiner Wer-ke, selbst voll That, voll Wahrheit. Je mensch-licher, d. i. Menschen - inniger, vertrauter, Natürli-cher man sich also Werk und Wort Gottes denkt;je gewisser kann man seyn, daß man sich's ur-sprünglich, edel und göttlich denke. Alles Un-natürliche ist ungöttlich; das übernatürlich - Gött-lichste wird am meisten natürlich; denn Gott be-quemt sich dem, zu dem er spricht, und für dener handelt. Er wirkt durch die geheimsten, klein-sten Räder das Augenscheinlichste, das Größeste-

So denke ich auch von der Abschrift undder B c w a h r u n g dieser Schriften ; Gott sorgtefür sie, wie ein Autor für sein Buch, wie einKönig für die Aufbewahrung seines Willens sorgt;aber, so viel wir wissen, durch natürlicheMittel Und Wege. Meynen Sie nicht, daß im-mer ein dienstbarer Geist dabei stand, dem Abschrei-ber die Hand zu lenken, oder dem Uebersetzct ansOhr zu rühren, wenn er unrecht übersetzte; dergroße Beweis so vieler Abschriften und Uebersetzun-gen ist offenbar dagegen. Je natürlicher Sie überdiese Sachen denken, desto nahet sind Sie derWahrheit. Daß diese Sprache sich veränderte, wiealle Sprachen, zeigt die Geschichte, ja selbst dieSchreibart dieser Bücher. Warum hört hinter EsraUnd Nehemia die cbtaische Sprache in Büchernauf? als weil sie im Leben aufhörte, weilMan sie jetzo künstlich lernen mußte, und alsoNicht lebendig, rein und natürlich mehr schreibenkonnte- Gott schäfte kein Wunder mit dem le-