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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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Briefe,

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kindlicher Geist; er liebt solche Höhlen und Knechts-untersuchungen nicht. Wenn Sic nicht das Rau-schen seines Tritts, als das Kommen eines F reun-des, oder einer Geliebte» hören; sondern denTritt knechtisch ausmessen, auStappcn wollen; sowerden Sic ihn nicht kommen hören.-

Sonderbar und äußerst zu bedauern ist's, daßwir bei diesen Schriften immer anders verfahren,als bei allen andern guten, schönen, menschlichenSchriften ; da diese doch auch, so fern wir lesen,und verstehen, und empfinden, und anwenden sol-len , völlig menschlich, für menschliche Augen,Ohren, Herzens - und Scelenkräfte geschrieben sind.Den Geist Horaz, Homers, Sophokles, Platolasse ich aus ihren Schriften auf mich wirken: siesprechen zu mir, sie singen, sie lehren mich: ichbin um sie, lese in ihr Herz, in ihre Seele; soallein wird mir ihr Buch verständlich, so allein ha-be ich auch , mit den Zeugnissen der Geschichte,das beste Siegel, daß diese Schriften von ihnensind, weil ihr inneres Bild nämlich, ihr mir ge-genwärtiger, lebendiger Eindruck auf mich wirket.Unmöglich kann ich von dieser heiligen Schrifteneigenem und höherem Geist erfüllt, und von ihrerGöttlichkeit überzeugt werden, als auf diese nämli-che Weise. Wunder und Weißagungen, die sieenthalten, sind nur dann erst Beweise, wenn ichihre Ursprünglichkeit, ihre Aecht. und Wahrheiteinzeln oder im Zusammenhang der Geschichte schonerkannt habe, d. i. wenn der Geist ihres ganzenGebäudes schon auf mich wirkte, und ich von derGöttlichkeit ihres Inhalts schon überzeugt bin.