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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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das Studium der Theologie betr. 125

horazische Oden, oder in die pindarische Form ver-kleidet werden. Arme Poesie der Ebräcr, wie stehstdu verwandelt! Bescheiden schämst du dich des zustolzen Gewandes, und stolz schämt sich das fremdeGewand deiner ! Unter Hirten geboren, unter ju-gendlichen Tanzen und zweitönigcn armen Chörenerwachsen und erzogen, wie das deine Gestalt, deinewiger, immer durchhin klingender Parallelismus,der simpelsten Schritte einer einfältigen Sprachezeiget, sollt du plötzlich im verschlungenen thcseischcnTanz oder gar auf dem Kothurn, pindarisch, hora-zisch, bacchisch triumphiren ! Wenig Dinge inder Welt sind abstechender von einander, als diesebeiden, der einfältige, unermüdliche Parallelismusdcr Ebräer, und jene gerundeten oder gespitzten künst-lichen Sylbenmaaße. Kein Bild bleibt also in sei-nem Umriß dasselbe, keine Strophe dieselbe, keinUmriß eines Perioden derselbe; alles wird ver-rückt und verschoben. Lachen Sie immer über mich,daß ich diese simpeln ebräischen Lieder lieber in derärgsten jüdisch-deutschen Ucbersetzung, als in sol-chem fremden Triumphkleidc, wo die arme Ucber-wundene öffentlich zur Schau geführt wird, lese.Dort höre ich doch noch durch, was sie war, wassie seyn soll; hier höre ich den Parallelismus, undsoll ihn doch nicht mehr hören : er kuckt überall vor,und soll doch versteckt werden. Glauben Sie, meinFreund, die Bibel würde lange nicht so verunstal-tet seyn, wenn man sich nicht ihrer Einfalt undArmuth schämte. Nun ward sie vollgepfropft mitfremden, widersinnigen Ideen: die zweite Zeile desRhythmus, die ursprünglich nichts als Echo, einzurücktöncndes, jugendliches Freudengeschrci, ein