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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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Briese,

Ebräer geschrieben, die ich Ihnen, ob er mir gleichim ganzen zu pünktlich scheinet, zu lesen sehr rathe.Mir kommt'S vor, daß die Ebräer, gegen uns be-trachtet, immer nur ein freies Sylbcnmcias gehabthaben.*) Sie hatten lVIetra, lange und kurze,ungefähr gleichlaufende und verschränkte lVletra,wie das der erste Begriff von Musik, von verschie-dener Tonart und Leidenschaft fordert. Sie scheinenauch, nach einigen Psalmen zu urthcile», einenStrophenbau im Ganzen, wenigstens zu einigenInstrumenten und Materien beliebte Gange gehabtzu haben, auf welche nachher andere Gesänge ge-macht wurden. Trügt mich aber mein Ohr nicht:so gehet diese Bestimmtheit nicht bis aus genaueZahl, noch minder auf festgesetzte Quantitätjeder einzelnen Sylbe. Offenbar ist diese Kunstder eigentlichen Prosodie bei allen Völkern von derspatesten Erfindung. Sie kam nur dann auf, wennGedichte nicht mehr für's freie, wollusttrunkene Ohrund für die mit dem Gesänge lebendig zusammen-zitternde Saite, sondern schon für Schrift und Buch-stabenmensur gemacht wurden; so weit kam's gewißnicht bei den Hebräern, wenigstens nicht in ihrenwahren poetischen Zeiten. Da strömte ihre Redein musikalischen Wellen heraus: der Geist ihresMundes floß mit dem Geiste, der ihr Saitcnlpiel,ikre Tuba belebte, zusammen, und ohne Zweifelward da die mächtigste Wirkung, wo vielleicht der

°) S. die Meinungen einiger Rabbinen von derebräischen Poesie, hinter Burtorfs Ausgabe desBuchs Cosri. S. u. f.