das Studium der Theologie betr. rsr
Hoffnung ist unter den Tobten. Das Vergnügendes Ohrs ist die stolzeste, hinreißendste, innigste,zugleich aber auch die vorübergehendste Wohllust derfeincrn Sinne; vielleicht ist dies auch die Ursache,warum einige jüdische Lehrer, die meistens zu buch-stäblich über alles urthcilen, die Zier des Rhythmusund des Gesanges in den heiligen Schriften, alseinen fremden Putz, als eine unwesentlicheoder gar verhüllende Schönheit des ewigenWortes anzuseben geneigt sind, und David selbstes nicht als das große ste Verdienst zurcchnen,daß er das Gebot der Gesetze in Gesang ver-wandelt. Wie viel oder wenig an dieser Bemerkungsey, so hat's der große Erweis der Zeit bestätigt,daß dieser Putz wenigstens nicht ewiger Natur war,und mit Veränderungen der Jahrhunderte verschwin-den mußte. Pfeifer in seiner Abhandlung vonder Musik der Hebräer*) hat genutzt, was zu nutzenwar; meistens aber muß er von zu neuen Oatisauf die ältesten Zeiten schließen. Nach seinen Un-tersuchungen kommt in den Ueberschriftcn der Psal-men selbst wenig hieraus zeigendes vor.-Was
ich hinzu zu setzen habe, betrift bloS den ganzenGang des hebräischen Rhythmus solcher Lieder.
Bekanntermaßen istviel darüber geschrieben undgemuthmaßet worden; noch neulich hat Lcut-wein**) eine kurze Abhandlung vom Versbau der
*) Erlangen 177g.
**) Versuch einer richtigen Theorie der biblischenBerskunst. Tübingen 177S.