Briefe,
andern Sprachen und Völkern, hatte einen Pro-pheten nöthig, wie dieser war , hatte Sprüche undDarstellungen nöthig , wie er sie schildert. So auchdiesen Tempel. Ein anderer hatte ihn mit fliegen-den Bildern in erhabenen Sprüchen entworfen;dieser in bestimmten Maaßcn. Und nicht nur denTempel, sondern auch Zubehör, Stämme, Verwal-tung, Land: dasHeiligthum wird Pallast des Für-sten mitten im Lande. Daß dieser platonische Ent-wurf Ezechiels nicht erfüllt worden ist, war seineSchuld nicht; auch die Eintheilung des Landes un-ter die Stamme, wie er sie angicbt, ward nichterfüllt, und so minderte sich jener von selbst. Wiesehr ist Israel immer, wo es auf seine eigenen Be-strebungen ankam, unter den Befehlen, Winken,Verheißungen GpttcS in der Tiefe geblieben! Nureine arme Nachlese zog ins Land und bauetc; nichtsminder als alle zwölf Stamme, und so mußteauch Ezechiels Tempel unterbleiben.
So vielerlei, mein Freund, mich noch in die-sen treflichen Männern, den Propheten, reizte,daß es entzückend für mich wäre, Ihnen das Bildeiniger der vornehmsten, so wie auch den Inhaltund die Zwecke ihrer vornehmsten Stücke zu ent-werfen*) : so winkt mich doch mein Plan mit ern-stem Stabe weiter; ich gehe ohne ein Wort fernererVorrede zum dritten Theile der ebraifchen Bücher,
*) Im 3ten Lheil der Eich hör n'schen Ein-leitung ins A. L. ist dies mit so viel Keunt-niß und Warme geschehen, daß, wenn man wei-ter gienge, eher ein Uebermaas zu besorgen wäre.