das Studium der Theologie bctr. riZ
simple, und doch so große Wahrheit. Sie sehen,mein Freund, wie bei dieser Hypothese das Ganzeschön zusammcntrisft, und nicht nur den israeliti-schen Stolz, sondern auch zwei Extreme von Pro-phetenschwachheiten und Fehlern lehrreich schildert.Mich dünkt, selbst der Verfasser des ProphetenBabouc, müßte, wenn er sich in die Prophetenzcitdes jüdischen Volks zurücksctzcn wollte, die Dichtungnützlich und schön finden. Je wunderbarer undgrößer die Maschinen, desto mehr sind sie sodannan Stelle, und man hatte kein Gesicht, keinenTraum, keine ungeheuren Rettungen weiter nöthig.Ist nun diese Geschichte, als Dichtung, schön,treffend, nützlich; warum sollten wir uns mit denSchwierigkeiten den Kopf zerbrechen, ob sie auchund wie wenn sie Geschichte wäre? Was durch siegesagt werden soll, sehen wir so gut in der Fabelals in der Geschichte; und was brauchen wir mehr?— Noch Ein Wort von Ezechiels Tempel.
Wie viel Mystisches über ihn gesagt sey, wis-sen Sie; (wenn Sic's nicht wissen, verlieren Sie-auch nicht viel.) Der ganze Tempel wie er dasteht, und was er dem Buchstaben nach vorstellt,ist meines Erachtens ohne alle Mystik, ganz in derSchreibart dieses Propheten. Ezechiels Manierist , ein Bild ganz und weitläufig auszumahlen:seine Vorstellung schien große Gesichte, von allenSeiten umschriebene Bilder, sogar langwierige,schwere, symbolische Handlungen zu fordern;wovon sein ganzes Buch voll ist. Israel in seinerIrre, auf den Bergen seiner Zerstreuung, unterHerder? Werke j. Rel, ». Lyrol. IX. H