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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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nur allgemeine Sentenzen, dogmatische Sprücheund Weissagungen in ihnen aufsucht, und garZwangsmittel hat, einen Propheten hierzu undnach seinem eigenen Sinn zu vergestalten. Dog-matische Sprüche und Wcißagungen, wie wir dasWort jetzt nehmen, waren nicht jedes ProphetenHauptabsicht: sie waren's nicht an jedem

Orte. Der Prophet war kein Prediger nach unse-rem Begriff; noch weniger der Erklärer eines ein-zelnen Locus. Führer des Volks, Sprecher desWillens Gottes über diese Zeit, diese Stadt, dieseVerbindung von Umstanden, das war er; und daskonnte er seyn, ohne daß Er eben unmittelbarvom Messias weißagte. Offenbar kommt dieser denmeisten Propheten als Trostbild künftiger Zeitenvor Augen, Nachdem ihre Zeit drückend, und ihreSeele gestimmt war, Bilder der Zukunft vom hohemGeist zu empfangen, nachdem weißagken sie, d. i,sahen in die Zukunft. Der Eine schafft sanfte, derandere heroische Bilder; Ein Maas, Eine Formund Farbe ist nicht für alle, noch weniger EineManier, die man ihnen aufdrangc, wenn sie gleichnicht in ihrem Gebiet, im Kreise ihnr Aussichtläge. Ich halte nicht viel von denen, die einenAusleger der Propheten darnach allein schätzen, ober diese oder jene Stelle zuerst und zunächst aufChristum deute? und wenn er dies nicht thut, denStab über ihn brechen:er könne über den Pro-

pheten nun weiter nichts gutes sagen." Sie sehen,mein Freund, wie unbillig und türkisch das Urtheilsey: cs strangulirt den Ausleger und den Prophe-ten, und beide um etwas, wovon man gar nichterweisen kann, daß es allein und ausschließeud