Briefe,
76
gegen das Volk, und vielleicht selbst gegen seinGeschlecht, den Stamm Levi, tapfer; wenigstenssagt die Geschichte nichts von seiner Schwachheit,und setzt ihn zuerst, so fern er die Parkhci seinesGottes nahm, ausdrücklich Moses zur Seite. ( 4Mos. 20, 1 -8.) So weit war seine Treue undStandhaftigkeit rühmlich: Moses bringt sie hiernoch ( V. 9.) als eine wohlbestandene Probe Gottins Andenken und seinem Geschlecht, als Vorbild,vor Augen. Er will, daß Gott die Familie desMannes, den ec selbst erwählte, der so manchesfür ihn ausstand, dem seine Tage so bitter wurden,nicht untersinken lasse; sie werde, wie sie bishersein Gebot bewahret, auch künftig ihm treu seyn,und seine Gesetze unter Israel befolgen. So weitist das Andenken gut; aber Schwachheit mischtesich zuletzt auch mit der Starke. Moses und Aaronrnißtcaucten: sie schlugen den Fels, sie sprachen
Zwcifelworte vor'm Volk; da haderte Gott mit ih-nen , Aaron mußte entkleidet werden, und sterben,Moses selbst durfte das verheißene Land nicht sehe»— die traurige Geschichte kommt dem Segnendeneben bei seinem Stamme vor Augen. Er wünscht,daß sie nicht wieder komme, daß das Richkcramtim Namen Gottes (das Licht und Recht,) nie müssevom Geschlecht genommen werden, wie es damalsAaron genommen, und seinem Sohn gegeben ward.Er warnt Levi, bringt ihm die Treue und Stand-haftigkeit Aarons, zugleich aber auch die traurigeGeschichte vor Augen, wie sic ihm natürlich jetztin den letzten Momenten seines Lebens, wo er baldselbst die Schuld derselben bezahlen, und mit sei-nem Stamme das Land nicht sehen sollte, vorkom-