das Studium der Theologie bet r. 3 g
ältesten Schriftsteller treuer Wahrheit erzählen ebenso, Homer und Herodot, Lenophon, (wo er nichtphilosophirt) und Livius (wo er nicht Reden ein-flicht) ; die letzten indessen erzählen nach Beschaffen-heit ihrer Nationen und Zeiten. Es ist genau zubeweisen, daß, wo die Geschichte durch Philosophie,erdichtete Charaktere, pragmatische Betrachtungenund gehaltene Reden von diesem einfältigen Tonabgeht, sie an Perioden-Schmuck und runder Zierzwar gewinne, aber an einzelnen, aus einanderfallenden festen Perlen der Wahrheit verliere, undzuletzt Geschichte zu seyn völlig aufhöre. Nichtsin der Welt ist auch schwerer, als dieser einfältigeTon, da wir gerade nur sagen, was geschah;nicht, was wir denken, sahen oder wähnen, daßgeschehen, gesprochen seyn sollte — wie Sie'sleicht durch eigenen Versuch erfahren mögen. Ichmeine nicht, daß Sie den Narrenton versuchen sol-len, in dem einige stumpfe Witzlinge den Chroni-kenstpl der Bibel haben lächerlich machen wollen;jede Sprache, Zeit und Geschichte hat ihren eige-nen Ton der Erzählung, wie Sie's ja selbst indiesen Büchern, den verschiedenen Zeiten und Sachennach, finden. Der vertrauliche, häuslicheStyl der Patriarchen wird in der Geschichte desZuges der Israeliten, ihrer Helden und heroischenPropheten schon feierlicher, stärker, und oftdurch die Natur der Sache fast episch; die histo-rische Schreibart muß sich eben auch im Tonohne allen Dünkel und Reflexionsgcist der Geschichtea »schließen, so daß diese in der Beschreibung,wie in der Natur da stehe und lebe. Undeben hierin, glaube ich, sind diese ältesten Fami-