Was sollte ein ägyptische« Stück vor Erzählungen,Re nichts weniger als ägyptisch sind, und sehr anti-ägyptisch seyn wollen? und ist es nicht ganz inihrem, dieser letzten, Geist, ja gleichsam die Ur-quelle ihrer aller?-Ueber die Geschichte
vom Paradiese und Fall habe ich im vorigenBriefe geschrieben; ich wiederhole, daß ich nichtskindlicheres, sowohl dem Tone der Erzählung, alsdem Inhalt selbst nach, kenne. Das Verkleidete,Fabel - und Mährchcnhafte, das darin liegt, istNatur der Sache und Zeit: der Ursprung desBösen im menschlichen Zustande kann nieanders, wenigstens nie nutzbarer als also betrachtetund behandelt werden. Es ist wie eine Zaubcrer-zählung des glücklichen, leider verlornen Traumesder Kindheit, und wundern Sie sich immer, wennich glaube, daß, so wie im ersten Schöpfungsstückdie einfachste Naturphilosophie, Wclteinrichrung undMenschenordnung, so in diesem die simpelste Phi-losophie über den verflochtenen Knotender Menschheit, über seine disparatestenEnde und Winkel liege. — So ist's mit derGeschichte der ersten Menschengeschlechter, ihrer Le-bensarten, Erfindungen, Ausschweifungen, Schick-sale — das schöne Lied Lamechs über die Erfindungdes Schwerts mit ciirgerechnet. Wollen Sie überdies und manches Vorhergehende den zweiten Thcilder sogenannten ältesten Urkunde*) Nachlesen,so werden Sie finden, daß viele Ideen, die darin
*) Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts. Rigaund Leipzig 177^.