das Studium der Theologie belr, sS
moralischer Apologus hak das Ding weder Rahmen,noch Gesichtspunkt, noch Zweck und Maas mehr,auf seiner Stelle: denn für uns im achtzehen»ten Jahrhundert ward's zunächst wohl nicht geschrie-ben. Wir müssen also in seinen Zusammenhang,in die Kindheit unseres Geschlechts gehen , und nichtwarten, daß es zu uns kommt.-
Meine erste Probe ist übermäßig lang gewor.den; ich kann aber nicht umhin, noch eine zweitezu geben, die keine andere scy als — die Ge»schichte Bileams und seines Esels.*)Zwischen lauter Geschichte steht sie; das ist un-läugbar; man hat sich ihrer aber, als einer Ge»schichte, so geschamet, daß man sic bald zum Traum,bald zur Fabel im Geschmack der homerischen re-denden Pferde, letztlich (ich nenne den Verfasserdieser Meinung übrigens mit größester Hochachtung)zu einer Betrugsgeschichte Bileams, die Moses beiden Moabitern gefunden und als solche einrückte,zu machen geneigt war. Lesen Sie, mein Freund,die Geschichte im Zusammenhänge, und urtheilenSie, ob Ihnen Eine dieser Hypothesen, (offenbaraus neueren Zeiten, nach einem neueren Geschmackersonnen) genug lhut? Vom Traume steht keinWort hier; die homerische Fabel paßt auch nicht:denn hier ist kein Heldengesang, wie bei Homer,und auf so etwas sind wir hier nicht bereitet. AlsBetrügerei rückt Moses das Stück noch weniger ein:im Tone der Erzählung klingt's so treu, als seine
i. Mos. 2, - 24.