Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen
 

20

Briefe,

die sonderbare, unangenehme Regung erinnert siean das Verbot, sie stehn beschämt da, sic wissennicht, was zu thun sei), sie machen sich kindischeDecken. Der Vater kommt, seine Stimme tönt(vielleicht wie gewöhnlich, zum Schluß des Tagessich Rechenschaft von ihrer Arbeit geben zu lassen,und sie dadurch zu unterweisen); aber diesmal eilensie ihm nicht entgegen, sie fliehn, sie verstecken sich,antworten, entschuldigen sich, als gute Kinder, dienoch nicht lügen gclernet. Der Vater, (über dessenVatervcrhör an schöner Wahrheit der Erzählungnichts gehet,) thut, was er zu thun hat, wozu erauch diesen frühen Fall zu ließ; er machte ihnenihr Versehen zur Pforte eines andern schwe-reren und doch auch nöthigen Zustandes, ihreStrafe ist nicht Tod, wie er sie zu schrecken gcdro-het hatte, sondern eine neue, nur ihnen her-bere Wohlthat. Nachsehend gesteht er ihnenzuerst alles ei»; nimmt, ihren Worten nach, dieSchlange als Verführerin an, bestraft sie auch, da-mit ja nichts ungestraft bleibe. Sie ist verfluchtund gcscheuet von allem Thier auf dem Felde, kriechtauf dem Bauch, ißt Erde, eine geschworne Feindinder Menschen, deren Fersen sie nachstellt, wenn sieihnen weiter kein Leid thun kann; den Menschenalso ein ewiges Denkmal des Fluchs, der Verach-tung, der Verabscheuung, des Elends, des hinter-listigen Schadens, und ihrer Gestalt nach ein scheuß-licher, zum Zertreten gemachter Erdwurm. Alssolcher kroch sie nun den Menschen vor Augen; wievor der Schlange hüteten sie sich vor der Sünde,und auch leiblich ward das schädlichste Thier derjugendlichen Hütte der Menschheit, ihnen als eine