das Studium der Theölögie betr. 19
ihm so ernstlich und kräftig sagen, als sein erzie-hender Vater? Nun wird ein Kind immer durchSchaden am besten klug, und eine Mutter läßt denzarten Liebling auf einer sanften Stelle fallen, umihn, was Fallen sey? auf die beste Art zu lehren;so Machte es die liebreiche Mutter der Menschen,Und ersähe dazu auch jeden Umstand. EineSchlange mußte die Verführerin seyn, die wahr-scheinlich von der Frucht naschte, und dem Weibe zuerstdie große Möglichkeit Zeigte, daß man davon efseNkönne, ohne sogleich des Todes zu sterben. Dadie Menschen alles von Thicren lernren Und übsa-hen ; warum sollten sie auch dies nicht lernen undNachahmen ? Die Schlange, dachte sie, ist soklug vor allen Thieren: vielleicht wird sie's ebendaher? vielleicht kostet sic von diesem Gewächs ihreWeisheit, wie wir von allen andern Bäumen, Le-ben , Kräfte, Gesundheit essen. Dazu nannte ihnder Schöpfer so sonderbar: Baum der Erkennt-niß. Der Erkenntniß? Und verbot ihn uns? sollteer ihn etwa für sich behalten? sollte er nicht un-sichtbar davon genießen und deshalb die Weisheitder Elohini haben? Verbot er ihn etwa ausMißgunst? Die kluge Schlange ißt und bleibt ge-sund ; er reizt, er lockt; herab sank die schöne Zau-berfrucht dem lästernden Munde entgegen! das Weibaß, der Mann aß und cs folgte, was. natürlichfolgen mußte. Wir wissen nicht, was cs für eineFrucht gewesen; die Wirkung derselben wird unsabermals aber so historisch beschrieben, als derGenuß je einer Unbekannten Frucht eines fremdenLandes. Sie regt Lüste auf, sie sehn sich nackt»
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