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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
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Briefe,

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lands Weise Pralektionen, wollte seinen Gegenstandsl, ovo aufnehmcn und nach griechischer und römi-scher Art behandeln: er wählte also auch römischeund griechische Namen, und beliebte das Fachwerkder neuern Poetik, ob's gleich seinen uralten, mor-genlandischen, heiligen Objekten nicht immer ange-messen war. Daher die manchmal unpassenden Fra-gen und Gesichtspunkte: ob das Buch Hiob einwahres Drama? das hohe Lied ein wahres lheokri-tisches Hirtengedicht scy? und unter welche Claffevon Oden und Gedichten jeder Psalm, jeder Pro-phet gehöre? Sammt und sonders gehören sie un-ter keine dieser Classcn und Arten : nicht blos, weil(Regeln nach) keine dieser Classen und Arten nocherfunden war, sondern weil überhaupt kein bibli-scher Scribent (im Sinne der Griechen und Römer,geschweige der Neuern) Dichter seyn wollte. SeinePoesie war nicht Kunst, sondern Natur, Be-schaffenheit der Sprache, Nothgedrun-gcnheit des Zwecks, der Wirkung. Jedesseiner schönsten Stücke ist individuell und verliertbei dieser Classification aus anderen Zeiten und Völ-kern eher, als daß es dadurch gewönne: es wirdvon seiner lebendigen Gegenwart zu einer Wolke desseynsollenden Geschmacks verdämmert.

Lassen Sie mich Proben anführcn, denn dieseenthalten doch immer die bestimmteste Lehre. DieGeschichte des Paradieses und der erstenSünde soll z. E. nichts als ein allegorischesLied, eine moralische Fabel seyn. Paradies,Baum der Versuchung, Schlange habe es nie ge-geben; das sey nur so gedichtet, um den Menschen