Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

6

Briefe,

ser Thcil der frechsten Einwürfe gegen sie ist ausdiesem lustigen Rüsthause genommen, und mancheGegner streiten noch immer auf solchem Felde, alsob sie für Mahomcds Koran und einen Gabriel,der ihn von Himmel gebracht habe, stritten. Ichmag nicht von dieser Parthie seyn>; nicht, weil derFeind fürchterlich, sondern weil der ganze Streit-plan Feengrund ist. Für einen jungen Theologenwenigstens ist dergleichen unbewiesene, zum Thciloffenbar unwahre und fabelhafte Hypothese gewißschädlich. Sie umhüllet und verstopft ihm Blickund Kopf; sie fesselt seinen Fleiß zu untersuchen,zu sammeln, zu prüfen, gesund zu erklären, undlahmt, wenn er sie hat, die gewiß gute Gabe Got-tes, natürlichen Verstand und Scharfsinn, Vielehaben es gerade heraus gesagt: ich mag kein Buchlesen, was kein Buch, wie andere Bücher, scynsoll, und andere sind nach Mühe und Qual zuletztauf eben die überdrüssige Ruhe gekommen. Luther,der ein Heller, treflicher Kopf war, hat sich mitbleiernen Stupiditäten solcher Art gar nicht befaßt;und ich bin gewiß, daß cs kein guter Kopf thunkönne und werde. Wenigstens bin ich bei mehr alsEinem Subjekt Zeuge darüber, wie schwer cs hält,einen Menschen zu richtigem Sinn und Blick imGebrauch der Bibel zu bringen, wenn Einmal der-gleichen faule Sümpfe von Non-senfe in ihm sind.Er glaubt immer, wenn er die Bibel angreife,greife er kein Buch an, und erlaubt sich also nicht,zu sehen, was er sicht, zu hören, was er höret.Himmlische Schatten schweben ihm vor, Gestaltenaus dem Reiche der Peris und Neris; oft auch an