des Menschengeschlechts. 335
Kadenzen zu unterstützen! — Wozu alle diese Müheund Bestrebung, wenn nicht das Bedürfniß in derZeit sie geweckt und aufgenöthigt hatte? wcnnsnicht nöthig gerhan hatte, einem Volk, was nochnicht Bücher hatte, vorzusingcn, und wcil's nochnicht ei» Buchstaben - Gedächtnis; besaß, vorzubil-den? Man denke einmal nach, welche Gedankenrei-hen unsre so vielsagende, so tief auszedachte, undso viel geordnete Gedächtnißtafel gefastet habe!welche Anordnung von Bildern, Sachen, Namen,Zeiten und Verwandtschaften die Seele habe durch-gehen müssen, ehe solche einfach-vielfache Schöpfungward. Nein! so rhöricht und. unnütz verschwendetder menschliche Geist seine Arbeiten nicht, wenn ernicht darf, wenn ihn nicht Zeit, Bedürfniß undgroße lebende Absicht wecket. Warum sich an dieserHieroglyphe zu martern; wenn mans, wie Moses,schlechtweg schreiben und befehlen konnte: sechs La-ge sollt du arbeiten und am siebenten ruhen ? War-um einen Schöpfungsgesang so mühsam an siebenZahlen, Bilder und Worte zu binden, wenn man,wie Moses, freiere Gesänge des Lobes und Segensmachen, und sie doch dem Gedächtniß einverleibenund durch andre Mittel erhalten kann? Nein! dasZeitalter der Hieroglyphen, ihrer Bilder und Zah-len und Gesänge, war in aller Welt früher: gienglange vor Buchstaben und Büchern vorher, wurdeeben von dem Mangel dieser veranlaßt, und vonder Erfindung dieser Verbrungen. Da ein mensch-licher Geist auf den feinen Luftgedanken gerieth,Schalle zu bilden und Löne zu mahlen: der ver-fliegenden Rede des Mundes Fesseln anzulegen undsie , dem Auge nicht mehr sichtbar, sondern ihm