248 Zusätze zu der ältesten Urkunde
mit dem Auge himmelan hebt, und ringsum aufdie Strecken der Erde verbreitet, und endlich indie blaue Grenze des absinkenden Himmels cinflicßt,bis er sich wieder erhebt, und als Herr dieser sicht-baren Schöpfung noch mit Einem, dem letzten,Blick das Ganze der Erde und des Himmels um-fasset und cinschließt. Um also das Große, Ein-fältige zu fühlen, was ursprünglich in diesem Aus-druck der Originalsprache liegt: so trete man in dieZeiten zurück, da der uralte Morgenländer nochsein Weltall würklich innerhalb dieser großen blauenHalbkugel und also zwischen Erd' und Himmelfühlte; da er noch von keinem Gedanken an Ge-genfüßler und Planetenwelten gestört, seinen Gottauf dem Thron dieses Himmels suchte, und sichals den Gott dieser Erde ansah. Er trete also hiermit dem himmlischen Scher gleichsam auf die Ba-sis der Schöpfung, in ihrem großen himmlischenUmkreis — auf eine morgenländische Ebne vomweitesten, höchsten, blauen, unermeßlichen Hori-zont : und fange, die ganze Seele im Blick, denGesang an: „im Anfänge schuf Elohim Himmelund Erde!"
Welch ein Eingang auf das ganze Lied derSchöpfung! Ich erwache aus einem Meere sinnlo-ser Traume und sehe einen prächtigen morgenländi»schen Tempel vor mir, mit der einfältigen kurzenAufschrift „im Anfänge schuf Elohim Himmel undErde!" d. i. Ich will euch ein Lied der SchöfungGottes singen! oder den Gesang der Werke Gottes!Was jener Dichter*) prächtig und verworren zu
Pindar.