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Religion und Theologie Theil 6 (1827) Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts ; 2
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161
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Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts, rb'r

Ecdwürmcr, Menschen sind wir, denen ein sohoher Erbsitz, wie Gott zu seyn, in Frag' und Ant-wort nicht ward, die auf einem schwimmenden Son-nenstaub um diese große Sonne schiffen, und wis-sen nicht, wie wir dahin, wie Staub und Sonnedahingckommen? die also auch nicht von einemdrollichtcn Menschen - und Engelsideal in andernWelten zu sprechen, noch darüber zu verantwortenhaben; sondern fragen, was sie sind? wie sic's ge-worden ? Bist du, Leser, mein so treuer Erdcge-fährte und Mcnschenbruder, so setzen wir uns son-der Furcht neben der zitternden Flamme der Cheru-bim nieder und fragen: wo ist das Vaterland derMenschheit? worauf hat er Ansprüche? was zu hof-fen hat er? was hat er verloren?

Ohne Bibel wissen wir von einem sogenanntenStande der Unschuld nichts! der Stand der Natur,oder der Thierstand, das Vaterland unsrer Weisen,ist jenem in Nichts ähnlich. Eine Grille, ein ab-gezogener Dunst der Abstraktion, der sich selbstwiderspricht. *)

Also müssest du die Menschheit, wie sie ist,nehmen: wohl aber, da ist sie, wie sie ist, undgut, wie du sagest. Ein Thier des Feldes; undbist ein Thier des Feldes. Von Erde genommen,bist Erde und wirst zur Erde. In deinem Wür-mer- Schaaf- oder Wolfskleide den Göttern gleich,

*) Shastesburi, ReimaruZ Und Mendelssohn habendies herrliche Abstrakt schon sehr entkleidet»Herders Werke z. Nel. u, Lheol. VI» L