des Menschengeschlechts. 123
I
,,Ob das Gegentheil auch möglich scy?" es findetsich gleich eine Schlange, die frißt und nicht stirbt.„Ob nicht im Gegentheil auch Gutes wohne?" Dieganze Gottheit wohnt darin, weissagt der Heroldund bestaligts, so viel er kann , durch Schwur undBeispiel. Du bist in den Armen der Sirene.
Wie sich am schwülen Tage dorr jener Dunst,zwei Sonnenstäubchen unbemerkt und ungebeten zu-sammensindcn: das Wölkchen steigt — cs ist Wol-ke: der Himmel umzogen: alles schwarz: die Lustschwül: Windsturm, Brausen, lezteS Beben derElemente: der Donner bricht, die Eedcr flammet.„Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er„von Gott versucht werde. Gott ist kein Versucher„zum Bösen, er versucht Niemand. Aber ein jeg-licher wird versuchet, wenn er von seiner eigenen„Lust (der Schlange) gereizct und gclocket wird: da„empfangt die Lust und gebierst Sünde." Sieaß und gab ihrem Manne auch davon und er aß.
Adam ward nicht verführet, das Weib aberward verführet und hat die Uebertretung eingefüh-ret: mich dünkt, die aufklarenden Worte des Scharf-sinnigsten der Apostel sind nicht genug beherzigt.Sie liegen in unserer Geschichte; und kommen inden Antworten der Schuldigen wieder. Adam sagt:„das Weib, das du mir zuqesellet hast, gab mir,,und ich aß." Eva: „die Schlange betrog mich,„daß ich aß" genau also wars ergangen. ZumBetrüge der Schlange, zur ersten Verführung
durch solche Spekulationen und Reize war nichtAdam, sondern das Weib: sie, das Geschöpf mit