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Religion und Theologie Theil 6 (1827) Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts ; 2
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des Menschengeschlechts. 119

als dieser Kindcsname des zu prüfenden Gehorsams.Bisher hals Eva recht gut gewußt; nun aber bogdie Schlange eine kleine neue Nebenbedeutung daranauf ihrem Lehrstuhle. Könnts nicht auch heißen:ein Baum, der Erkenntniß Gutes und Böses gc-be?" Ja freilich! eben deshalb frißt ihn die klugeSchlange, von ihm nascht sie, was sie weiß; erist ihr Quelle der Weisheit. Eine so leichte Ver-bindung zweier Bedeutungen, die der Wind zusam-men wehte, das der Baum also hieß, und daß ebendie kluge Schlange von ihm fraß, war der Ueber-gang zur Lust, zum Zweifel, zur Sünde, zumMißtrauen, zur Gotteslästerung, zum Falle.

Das vernünftige, hohe göttliche Wesen, derMensch, ist unschuldig und Gott gleich. Er willimmer das Gute: er kann nicht sündigen, ohnedaß er irre" das heißt, er kann nicht irren,ohne daß er irre; aber wie leicht irret er, wenn ereinmal irren will, wenn er auf der Bahn ist ? Wieelend dürfen die Scheingründe seyn, daß das hohe,unbctrügliche Geschöpf sich aufs elendeste tausche?Ein nichts, das Zusammenwehen zweier Umstande,ein Name, der unschuldigste, bisher verstandensteName, und ein Schlangenbiß, spinnen welche Fol-gen ! welche Reihen!Weil die Schlange zungero-chen frißt, kann ich zum Gott werden, wenn ichdavon esse!" Siche die Logik der Selbstverfüh-rung, die bündigen analogischen Schlußfolgen derTäuscherci ! Aus Honig Gift, ein Name aus Got-tes Munde, Pfeil gegen ihn und Anlaß, sein Ge-bot zu übertreten!

Tröste dich, zagendes Bruderherz, Wenns dich