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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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254
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254 Christliche Reden

Wie wird das Gefühl der Billigkeit ein Gesetz derGerechtigkeit?

Wenn es uns antreibt, jedem zu geben undzu lassen, was ihm gehört, da das Mitleid mehrgeben und nachsichtiger seyn kann.

Heiligkeit dieses Gesetzes?

Die Heiligkeit dieses Gesetzes liegt in dem Ge-setze selbst, weil es von der Vernunft und also vonGott, dem Geber der Vernunft, kommt.

Sein innerer Lohn?

Das Gefühl, daß man recht handelt und Got-tes Willen befolgt.

Daß dies Gesetz der Gerechtigkeit nothwendig zumWohlwollen,''nicht zur Zerstörung wirke?

Wenn ich gerecht bin und einem jeden gebe,was ihm gehört, so befördre ich dadurch sein Wohl.Auch wenn man dem Strafbaren seine Strafegiebt, die ihm gehört, so ist cs zu seinem Wohieund zum Wohle des Ganzen, das immer durcheine ungerechte partheiische Nachsicht leidet.

Wie es den Eigennutz regelt?

Der Gerechte nimmt nur das, was ihm ge-hört, gönnet auch Andern das Ihrige, schützt undbefördert es.

Die Ehrsucht?

Der Gerechte sucht dis Ehre, die er verlangt,zu verdienen, keine andre verlangt er. Nur derBeifall der Besten ist ihm lieb. Andern läßt erihren Ruhm auch.