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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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»24 Christliche Lieden

Nach dem Lebe» und der Gesundheit, was ist das schätz-barste Gut der menschliche» Gesellschaft?Ehrbarkeit. Sie ists, die den Menschen volnThiere unterscheidet; durch sie hat sich die menschli-che Gesellschaft gebildet.

Welches war der erste Stand, wodurch sie sich bildete?

Die Ehe. Durch Verletzung der Ehrbarkeit sin-ken die Menschen wieder in den Zustand der Thiereoder unter das Thier zurück.

Worin zeiget sich Ehrbarkeit?

In Geberden, Worten und Handlungen. Nicht-muß in ihnen die Ehrbarkeit beleidigen.

Wann wird sie beleidigt?

Wenn wir uns etwas erlauben, worüber wiruns vor Menschen, gegen die wir Achtung haben,und vor uns selbst schämen oder uns verachtenmüssen.

Was sichert uns also gegen alles Unehrbare, auch in dertiefsten Verborgenheit?

Achtung gegen sich selbst. Daß man nie etwasthue oder begehre, auch nur wolle und denke, wor-über man vor sich selbst erröthen oder sich verachtenmüßte.

Was ist bei allen unfern Handlungen oder Gesinnungenunser schärfster Zeuge und Richter?

Unser eigenes Bewußtsepn, das uns verklagtoder losspricht.

Empfiehlt uns die Ehrbarkeit Andern?

Sie empfiehlt uns allen Wohlgesinnten. Ei-nem unehrbaren Menschen trauet man nicht; vonHerzen achtet ihn niemand.