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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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174
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»74 Christliche Reden

werden, Und sollen unser Herz mit unnützen Sor-gen für die ungewisse Zukunft nicht beschweren.Heute leben wir und sollen, in Erfüllung unsrerPflicht, unsers DascynS froh werden.

Bitten wir dies Nolhdürftige allein für uns ?

Für alle, die es, wie wir, bedürfen. DerUebcrfluß Einiger ist ein drückender Mangel für an-dere nolhbedürftige Menschen.

Das Wenige, das wir bedürfen, wie sollen wirsgenießen?

Mit Ehre, daß es unser Bcod sey; mit Zu-friedenheit als eine göttliche Gabe. Was wir mehrals Andre haben, ist ein freies Geschenk der Vorse-hung, von uns nicht verdient, und uns auf Rech-nung gegeben.

Wie sollen wirs also anwrnden?

Daß auch Andre dessen genießen und durch UnKthatig und froh werden.

Woran erinnert uns die fünfte Bitte?

An unsre Pflicht und an unsre Fehler. Obwir gethan haben, was wir thun sollten? oder obwir Schuldner in dem sind, was uns oblieget.

Und da es kein angenehmes Gefühl ist, täglich alsSchuldner seiner Pflicht zu erscheinen, wozu muntert unsdiese Erinnerung auf?

Unsre Pflicht immer treuer zu thuN und sieganz zu erfüllen; auch mit den Fehlern Andrer Ge-duld zu haben: denn auch wir sind fehlende Men-schen , wie sie.

Welche Gemüthsart soll also diese Bitte in uns erwecken?

Eine großmüthige, billige, verzeihende Gemüths»