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168 Christliche Reden
Welches ist dies moralische Gesetz?
Daß jedes Gute sich selbst lohne, jedes Bosesich selbst strafe. Dies Gesetz findet in der mora i-schcn Welt, wie irgend ein Naturgesetz in der phy?fischen, statt.
Wird das Gute sogleich vergolten? das Böse sogleichgestraft?
In unserm Gewissen sogleich; die Folgen da?von können früh oder spät erscheinen. Sie erschei-nen aber gewiß und erstrecken fich auch auf die Nach-welt, d. i. ins Unermeßliche, weiter.
Welch einen Kanon, d, i. welches weisende Richtmaaßhaben wir für dies moralische Gesetz?
Unser innerstes Bewußtstem. Es zeigt uns. je-de Abweichung vym Gesetze mit ihren innern undäußern Folgen; es ist uns selbst beim Guten dergrößeste Lohn, bei Abweichungen vom Gesetz dieempfindlichste Strafe.
Ist dies moralische Gesetz heilig und unverbrüchlich?Unverbrüchlich wie alle Gesetze der Natur. Gottrst nicht ein G0tt, dem gottlos Wesengefallet, wer böse ist, bleibet nicht vorihm.
Ist die große Ursache der Welt also allen Geschöpfengegenwärtig?
Der Allgegenwärtige, Allwissende erhält undregiert alles. In ihm leben, weben undsinh wir.
Die Ueberzeugung von einem Allgegenwärtigen, Allwis-senden, der höchsten Regel des Guten, was muß sienothwendig in uns wirken?
Aufrichtigkeit gegen uns selbst, die innigste Liebe